Muse für Medien – Zwischen Konsum und Genuss

Muse - Schutzgöttin der Kunst

Muse - Schutzgöttin der Kunst (Quelle: Wikipedia - Wikimedia Commons)

Die Muse, so heißt es, ist die Schutzgöttin der Künste. Da ließe sich durchaus gerechtfertigter Weise fragen, was es denn da zu schützen gibt. Von was könnten die Künste schon bedroht werden?

Nun, vielleicht hilft ein Blick in den Alltag. Oft, wenn ich nach Hause komme, mache ich Laptop und Fernsehen gleichzeitig an. Ich zappe dann meist gelangweilt hin und her und selbst wenn etwas mein Interesse weckt, checke ich nebenher Emails oder verfolge das „Neuste“ auf Facebook und co. Heute Abend kam ich nach Hause und wunderte mich selbst darüber. Wann habe ich das letzte mal vollkommen konzentriert und auf diese eine Sache fixiert einen Film im Fernsehen gesehen? Wann saß ich das letzte mal vor meiner Stereo-Anlage ein neues Album abspielend und studierte dabei das Booklett? Ich weiß es nicht, aber es ist lange her.

Veränderte Mediennutzung führt zum Werteverfall (der Medien)

Das verwundert eigentlich kaum. Heute hat man MP3s; Tausende davon. Heute ist man multitaskingfähig. Heute ist man „vernetzt“. Ich erwische mich immer häufiger dabei, dass ich Songs zwar „kenne“, aber nicht mal weiß wie sie heißen. Ich schaue Serienfolgen, und lass mich von allem und jedem dabei stören, weil ich die Folge schon kenne. Und weil irgendjemand bestimmt das kleine Ploppen im Facebook erklingen lässt, um mir irgendetwas mit zu teilen, das gegenstandsloser nicht sein könnte, liegt meine Aufmerksamkeit nur selten auf einer Sache.

Man verstehe mich nicht falsch! Ich liebe das Internet. Ich schätze die Möglichkeiten neuer Kommunikation und sehe im Fortschritt der Medien eher eine Chance als eine Gefahr für unsere Kultur. Aber wenn eine zehn Jahre jüngere Freundin bei mir zu Besuch ist und es nicht schafft sich mit mir durchgängig zu unterhalten oder einen Film zu sehen, sondern nach meinem Laptop fragen muss, um ICQ und StudiVZ zu checken, kommt mir schon die Frage, wie sinnvoll das sein kann.

Und? Was soll die Muse nun retten?

..könnte man immer noch fragen. Und meine Antwort darauf lautet: Wenn man mal davon ausgehen mag, dass man Kunst (in welcher Form auch immer) einen weiteren Wert unterstellen sollte außer der kommerziellen Ausschlachtung, dann verdienen jene Kunstwerke unsere Aufmerksamkeit; und zwar ungeteilt.

Man erlaube mir die waghalsige Vermutung, dass ein Künstler, ein Regisseur, ein Schauspieler und jeder künstlerisch Schaffende etwas in seine Kunstwerke legt. Seine kleinen bescheidenen Antworten auf die großen Fragen des Lebens. In jeder Zeile, jedem Titel eines Songs, in der Reihenfolge der Songs auf einem Album und sogar das Cover sind aus einem bestimmten Grund so gewählt. Also sollten wir uns auch die Muse nehmen, all dies wahr zu nehmen – nicht zu konsumieren, sondern zu genießen.

Oh ja! Die Muse ist die Schutzgöttin der Kunst.

Amitiés aus Mannheim

Ich höre gerade, ganz bewusst, einen Song von den Killers mit dem Titel „Glamorus Indie Rock’n’Roll“ vom Album „Hot Fuss“, dass ich von einem grandiosen Wochenende aus Berlin mitgebracht habe

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