Auktionen außerhalb der Bucht

3,2,1, meins!

Der Leit- und Werbespruch von ebay dürfte nicht unbekannt sein und er gibt – von Ausnahmen wie „sofort kaufen“ oder „Preis vorschlagen“ abgesehen – im Großen und Ganzen wieder, wie das Auktionssystem dort funktioniert. Ein Produkt wird angeboten, jedes Gebot erhöht den Preis um 0,50 EUR und wenn die Zeit abläuft, gewinnt derjenige mit dem höchsten Gebot.

Konkurrenz belebt das Geschäft!

Alternativen? Gibt es! Sind die empfehlenswert? Die Antwort ist nicht ganz so einfach. Beispiele hierfür sind swoopo oder snipster. Dort wird damit geworben, dass Produkte wie z. B. der iPod Nano mit 8 GB Platz für lediglich 5,04 EUR oder ein 100 EUR Gutschein von IKEA für nur 4,26 EUR über die virtuelle Ladentheke gehen. Warum dann noch ebay, wenn man wo anders so extreme Schnäppchen machen kann? Dummerweise läuft der viel zitierte Hase bei der Konkurrenz etwas anders.

Welcher Hase?

Der erste große Unterschied ist, dass bei swoopo und snipster keine Produkte angeboten, sondern nur erworben werden können. Hier bestimmt also der Anbieter, welche Ware ersteigert werden kann. An die Vielfalt von ebay kommt die Konkurrenz somit nicht mal im Ansatz heran. Der wichtigste Unterschied ist jedoch ein anderer: bieten kostet hier Geld. Zwar erhöht jedes Gebot den Preis nur um 0,01 EUR, jedoch werden dafür ca. 0,50 EUR berechnet (der Preis kann je Anbieter variieren). Das Ganze funktioniert über ein Konto, dass man vorher aufladen muss (abgesehen von einer Hand voll Gratisgebote, die man bei der Anmeldung erhält). So kosten bei snipster z. B. 20 Gebote 10,00 EUR. Darüber hinaus erhöht sich die restliche Auktionsdauer bei jedem Gebot um eine bestimmte Zeit – in der Regel zwischen 10 und 15 Sekunden. Während man bei ebay erst nach Ablauf einer Auktion zur Kasse gebeten werden kann, trägt man hier bereits während der Gebotsphase ein finanzielles Risiko. Immerhin weiß man ja am Ende nicht, ob man denn auch der Höchstbietende ist oder ob einem nicht sogar die Gebote ausgehen und man das Konto erneut aufladen müsste, um am Ball zu bleiben. Erheblich verschärft wird dieses Risiko noch dadurch, dass sogenannte Bietagenten erlaubt sind – und die werden reichlich genutzt. Eigene Beobachtungen bei snipster haben ergeben, dass eine Handvoll User bei so ziemlich allen Auktionen einsteigen und den Preis in die Höhe treiben. Bei einem Klick auf den Usernamen wird ersichtlich, wie viele Gebote für den jeweiligen Tag bereits abgegeben wurden und diese Zahl liegt oft bei übr 250. Hier handelt es sich also wohl um Menschen, die relativ viel Geld investieren, um so viele Produkte wie möglich zu erhalten und diese dann – vermutlich – auf einer anderen Plattform gewinnbringend zu verkaufen. Diese Bietagenten sorgen somit auch dafür, dass sich eine Auktion – bedingt durch die Verlängerung um eine bestimmte Zeit pro abgegebenes Gebot – teilweise um mehrere Tage verlängern kann. Die Wahrscheinlichkeit zufällig ein Schnäppchen zu machen tendiert damit leider gegen Null, wie man so schön sagt.

Also Finger weg?

Wer nicht vor hat bereits im Vorfeld eine bestimmte Summe zu investieren und dann um ein Produkt zu zocken, dem sei ans Herz gelegt lieber bei ebay zu bleiben. Die Vorteile liegen ja auch ganz klar auf der Hand: kein finanzielles Risiko, eine extrem große Vielfalt bei den Produkten, ein festes Auktionsende und die Möglichkeit selber den einen oder anderen Euro zu verdienen.

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