Hacker spoiniert Schüler via Webcam aus

Früher hatte man Angst vor Dämonen und Vampiren. Heute sollte man sich scheinbar lieber vor seiner eigenen Webcam fürchten. Gerade über einen Nachrichtensender in einer kurzen Meldung entdeckt und via Spiegel Online bestätigt: Ein Hacker hatte einen Trojaner über ein gehacktes ICQ-Konto eines Schülers an vorwiegend Schülerinnen verteilt und steuerte damit die Webcams seiner ahnungslosen Opfer. Der erste bestätigte Hacker-Spanner!

Der Feind über meinem Bildschirm oder wieso Medienkompentenz ein Schulfach sein sollte

Nur durch Zufall kam man dem Hacker auf die Spur, der es im Zeitalter der Firewalls und Malewarescanner gezielt auf – vielleicht medien-ungebildete? – Mädchen abgesehen hatte. Als ein Datenschützer in einer Schule Aufklärungsarbeit vorantreiben wollte, meldete sich ein Mädchen, ihr wäre aufgefallen, dass ihre Webcam-Kontrollleuchte sich nicht mehr abschalte. Eine Untersuchung des Rechners entlarvte den Trojaner und schließlich auch den Hacker. Der Datenschützer vermutet laut Spiegel, dass die Dunkelziffer der Geschädigten weit höher liegt, da sich viele schämen würden einen solchen Verdacht zu äußern. Vermutlich ahnen viele nicht, welche Bedrohung von einer Webcam ausgehen kann und wundern sich nicht einmal, wenn die Webcam ohne Aufforderung anfängt zu arbeiten.

Ich denke, es ist keine gewagte These an dieser Stelle, die Notwendigkeit eines umfassenden Kompetenzunterrichts in der Schule zum Thema Medien festzustellen. Anders als in vielen anderen sozialen Bereichen, handelt es sich bei Medien (insbesondere dem Internet) um ein Fachgebiet, in dem nicht alle Eltern ihre Kinder unterrichten können. Hier sind Profis gefragt, die auf dem Stand der Technik Strategien zum Datenschutz und Grundlagenwissen vermitteln. Da helfen auch keine Lehrbücher aus den 70er Jahren, mit denen im Jahr 2000 noch unterrichtet wurde.

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Ein Gedanke zu “Hacker spoiniert Schüler via Webcam aus

  1. Pingback: Datensicherheit & Medienethik – Quo vadis? | Mates'Media

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