Datensicherheit & Medienethik – Quo vadis?

Gefühlt häufen sich die Meldungen, die die dramatischen Probleme zum Thema Datenschutz in der heutigen Zeit zum Gegenstand haben. Dabei weicht das klassische Feindbild, das meist den Staat und sammelwütige Firmen beinhaltet (wie zum Beispiel der Modediscounter Kik, der nach Zeit.de seine Angestellten bespitzelt hat), immer mehr einer vollkommen neuen Bedrohung durch die Öffentlichkeit bzw. einzelner Individuen dieser.

Vergewaltigung, Einbruch, Cybermobbing

Gestern berichtete heute (ZDF) von einer jungen Engländerin, die ihren Vergewaltiger über einen gefakten Facebookaccount kennen gelernt hatte. Einen Fehler, den sie mit dem Leben bezahlt hat. Der selbe Beitrag  berichtet auch über die Opfer eines Wohnungseinbruchs. Diese hatten sinnigerweise allen 600 Menschen auf ihrer Facebook Freundesliste mitgeteilt, dass sie zu einem Konzert fahren würden. Eine direkte Einladung für einen Kriminellen, den die Ehefrau flüchtig kannte und den sie kürzlich bei Facebook „geadded“ hatte. Der räumte nämlich promt die Wohnung in dieser Zeit leer, weil er wusste, dass niemand zu Hause war.

In einem anderen Fall zeugt die Medieninkompetenz einer 11-Jährigen und ihrer Eltern, wie man sich am schnellsten und besten zum Web-Gespött macht. Medienrauschen berichtet über die zweifelhafte Berühmtheit der Jessica L. und welche brutalen Folgen des unmoralischen wenngleich anscheinend legalen Cybermobbings.

Wir müssen lernen, was richtig ist und was nicht

In einem sehr schönen Fazit weist Thomas Gigold (Medienrauschen) daraufhin, dass nicht nur das Verhalten der 11-Jährigen fragwürdig, sondern auch das Mobbing-Echo aus dem Internet verwerflich ist.

„Welche Verantwortung haben Erwachsene im Netz gegenüber Jugendlichen? Welche Verantwortung hat *man* im Internet für andere Menschen?“

Ich wage eine Antwort auf diese Fragen. Ich habe bereits an früherer Stelle darauf hingewiesen, dass Medienkompetenz in unserer Zeit in professionelle Hände gehört und daher im Rahmen der Schulbildung vermittelt werden sollte. Was die Verantwortung für andere Menschen im Internet angeht, könnte die Frage nicht besser gestellt sein. Mit ihr betreten wir den Bereich der – wenn man so will – Medienethik; einen Bereich, den es so noch gar nicht gibt. Für viele scheint das Internet in der Tat ein moral- und sowieso gesetzfreier Raum zu sein. Es sind ja „nur virtuelle Welten“, wäre eine Haltung, die man vielen Benutzern unterstellen könnte.

Um es abzukürzen: „Es ist die gleiche Verantwortung, wie im ‚echten‘ Leben auch!“. Nur weil ein digitales Medium zwischengeschoben ist, heißt das nicht, dass die ethische Verantwortung dadurch negiert werden würde.Ein Thema, dass uns noch lange beschäftigen wird

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