Amazon Cloud Player – Der Konkurrenz auf einmal einen Schritt voraus…

Eine Festplatte im Internet, auf die man seine Musik parken und diese – dem mobilen Internet sei Dank – von überall abspielen kann. Google und Apple arbeiten wohl seit Jahren schon an so einem Projekt, haben dies jedoch auch aufgrund von rechtlichen Fragen bisher noch nicht zu Ende gebracht. Um die Dateien auf dem Firmenserver zum Abruf anbieten zu können, müssten hierzu die Nutzungsbedingungen mit Rechteinhabern sowie Plattenfirmen (bzw. Filmstudios) neu verhandelt werden. Amazon – der tot geglaubte Konkurrent – hat einfach mal darauf gepfiffen und sich somit einen zeitlichen Vorteil erpokert.

Künftig können Kunden also bei Amazon bis zu fünf Gigabyte an Musik-, Film- oder sonstigen Dateien kostenlos hochladen. Wer bei Amazon ein MP3-Album kauft, erweitert seinen Speicher auf 20 Gigabyte. Doch auch da ist noch nicht Schluss, denn man kann für einen Dollar pro Jahr und Gigabyte noch mehr Platz für seine digitalen Lieblinge schaffen. Die Musikdateien lassen sich anschließend über alle javafähigen Browser abspielen. Eine „to go Version“ für Androiden ist ebenfalls im Angebot. Dummerweise ist der Dienst bisher nur in den USA verfügbar.

Also der Himmer auf Erden?

Die ganze Geschichte hat aber – wie fast alles – dummerweise einen Haken (und der könnte auch dafür sorgen, dass wir Europäer erst gar nicht in den Genuss dieses Services kommen). Ein Blick in die Nutzungsbedingungen verrät nämlich, dass Amazon keinerlei Haftung für den Verlust der Daten übernimmt. Eine Backup auf der eigenen Festplatte drängt sich also quasi auf. Darüber hinaus behält sich Amazon das Recht vor, Infos über die Nutzung des Dienstes zu sammeln, z. B. auf welchem Endgerät die Dateien abgespielt werden und von wo aus das geschieht. Und als wäre das noch nicht genug, überträgt man auf Amazon mit der Zustimmung der Nutzungsbedingungen auch noch das Recht, den Inhalt der virtuellen Festplatte zu überprüfen. Das wird vermutlich vor allen Dingen dann interessant werden, wenn urheberrechtlich geschütztes Material hochgeladen und damit zugänglich gemacht wird.

Music labels are not amused!

Ein weiterer Punkt, weshalb ich die baldige Verfügbarkeit in Europa (bzw. in Deutschland speziell) zunächst mal anzweifle ist, dass – wie Eingangs schon bemerkt – Amazon darauf verzichtet hat alle Musiklabels mit ins Boot zu holen (wie z. B. Sony Music). Es ist also durchaus denkbar, dass einige Künstler aus dem Angebot ausgeklammert werden müssen. Inwiefern es da Klagen hageln wird, bleibt abzuwarten, unwahrscheinlich ist es allerdings nicht.

Wie dem auch sei: Totgesagte leben länger. Sowohl Google als auch Apple hatten Amazon in dieser Sparte bereits abgeschrieben und auch wenn die Aktion vielleicht etwas getrickst wirkt, hat sich der Versandriese hiermit zurückgemeldet.

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