facebook – vom Datendebakel zum PR-Desaster

Wir alle lieben facebook. Auch wir zwei Schreiberlinge von Mates’Media sind dort vertreten, kommunizieren darüber, organisieren damit unsere Wochenenden und ja, wir machen sogar gelegentlich auf facebook Werbung für unsere Artikel, die wir selbstverständlich für relativ lesenswert halten. Aber es ist nun mal nicht von der Hand zu weisen, dass sich facebook auch hin und wieder mal einen riesigen Klops leistet, wie ich das so schön nenne. Und in den letzten paar Tagen hat man es sogar geschafft, gleich zwei davon rauszuhauen.

Wie sicher sind unsere Daten?

Es wird ja nicht erst seit gestern gepredigt, dass man aufpassen solle, welche Daten man im Internet im Allgemeinen und bei facebook im Speziellen von sich preisgibt. Horrorszenarien im Stile von „Dein Personalchef wird das sehen und dann wirst du gekündigt!“ wurden milliardenfach erzählt, nur in den seltensten Fällen ist etwas passiert, demnach fühlen wir uns da recht sicher. Die folgende Meldung auf sueddeutsche.de sollte uns jedoch wieder aus dieser naiven Haltung herausreißen. Zwar geht es darin nicht um eine Kündigungsoffensive der Personalleiter dieser Welt, jedoch hat ein Datenleck bei facebook dafür gesorgt, dass unbefugte Dritte wohl über Jahre hinweg theoretisch Daten von facebook-Nutzern auslesen konnten.

Das Sicherheitsleck findet sich an der Schnittstelle zwischen den Profilen und den sogenannten Facebook Apps, wie beispielsweise Farm Ville. Möchte der Nutzer ein solches App nutzen, muss er bekanntermaßen sein Konto damit verbinden und damit dem Zugriff auf verschiedene Daten zustimmen, wie z. B. der eMail-Adresse, Kontakten oder der eigenen Pinnwand. Symantec – eine IT-Sicherheitsfirma – bezeichnet diese „access tokens“ als Ersatzschlüssel für Teile des Profils, welche offenbar durch facebook seit Einführung dieser Miniprogramme in 2007 unabsichtlich auch an Werbekunden übertragen wurden (warum ich das Wort unabsichtlich kursiv formatiert habe, überlasse ich mal der Fantasie des Lesers…). Damit hätten diese theoretisch auch Zugriffe auf Bilder oder Chats der Nutzer erhalten können.

Beunruhigt müsste man wohl ob des Verlustes von persönlichen Daten nicht sein. Aber alleine die Tatsache, dass über so einen langen Zeitraum ein Datenleck (und zwar nicht gerade ein klitzekleines) unbemerkt bleiben konnte, ist für mich Grund genug für eine gewisse Beunruhigung. Wie dem auch sei, die Lücke ist mittlerweile wohl geschlossen – ganz im Gegensatz zur „Akte facebook“.

Wer anderen eine Grube gräbt…

Den zweiten Klops leistete sich facebook mit einem zwielichtigen Auftrag an eine PR-Agentur. Diese sollte negative Geschichten über google in den Medien platzieren. Es ging um den Vorwurf, dass der Suchmaschinenriese die Privatsphäre der Nutzer verletze. Dass dieser Vorwurf ausgerechnet aus dem Hause facebook kommt, dürfte bei einigen unserer Leser für einen ausgedehnten Lacher sorgen, denn gerade in diesem Bereich war die Casa Zuckerberg auch nicht immer… sagen wir mal „ganz sauber“. Dass man sich bei der ohnehin schon sehr fragwürdigen Aktion auch noch hat „erwischen“ lassen, setzt dem ausgedehnten Lacher von gerade eben dann noch das Krönchen auf.

Aufgeflogen ist dieses Trauerspiel, als sich ein von der Agentur angefragter Gastautor weigerte entsprechende Unwahrheiten über google zu verbreiten. Die ganze Geschichte landete erst bei USA Today und dann bei The Daily Beast. Fragen im Stile von „Wie kann man nur so [bitte fügen Sie einen Begriff Ihrer Wahl ein] sein?“ sind an dieser Stelle höchst angebracht – die Antwort darauf bleibt allerdings leider offen. Ein facebook-Sprecher hat mittlerweile zugegeben, dass das Online-Netzwerk der Auftraggeber sei und die Agentur Burson-Marsteller tritt die Flucht nach vorne an und zwar in dem es versucht, die Schuld facebook in die Schuhe zu schieben – vergeblich, wenn man die Stimmen aus den USA verfolgt.

„Das ist nicht nur anstößig, unehrlich und feige, sondern auch sehr, sehr dumm“ -„TechCrunch“-Chef Michael Arrington

Und die Moral von der Geschicht’…

Beide Meldungen werden wohl kaum die Konsequenz nach sich ziehen, dass facebook sang- und klanglos untergehen wird (zumindest noch nicht), es ist jedoch durchaus sinnvoll, einen Blick „hinter die Kulissen“ zu werfen. Man gibt ja doch viel von sich preis und da ist es sicherlich nicht verkehrt zu wissen, mit was für einer Art Unternehmen man in diesem Fall zu tun hat.

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