Gebühren oder Marktwirtschaft?

Also ich habe schon viel Kritik über die GEZ gehört. Vieles davon ist zutreffend und unser Gebührensystem von der GEZ (GEMA in Tateinheit mit dem wirklich absurden Urheberrecht) ist nun wahrlich keine Optimallösung. Doch der Grundgedanke, dass Medien nunmal ein integraler Bestandteil unserer demokratischen Gesellschaft sind und daher nicht vollständig der Marktwirtschaft überlassen werden kann ist zweifellos richtig.

Um so mehr verwunderte mich der Artikel auf Spiegel Online, in dem in für Spiegel unerwartetem Maße für Vertrauen für private Rundfunkanstalten geworben wird. Auf einen Satz runtergebrochen heißt es dort: So schlecht funktioniert freie Marktwirtschaft nicht, vertrauen wir ihr restlich den Rundfunk an! Ähm NOT!

Wie ich schon erwähnte ist das System der Gebühreneintreibung (vom Spiegel recht liberal als „Umverteilung“ betitelt) wahrlich nicht perfekt. Gebührenhöhe, Regelungen ab wann für was Gebühren erhoben werden etc. verschließen sich oftmals dem gesunden Menschenverstand und auch die Eintreibungsmethoden bedürften einer kritischen Revision. Doch was passiert, wenn z.B. Fernsehsender als rein marktwirtschaftliche Unternehmen arbeiten, sehen wir an den derzeitigen privaten Fernsehsendern. ntv, N24 oder die RTL II „News“ bieten einen guten Einblick davon was passiert, wenn Sender das bringen, „was der Zuschauer wünscht“. Das übliche Spielchen um die Frage, ob nun die Wünsche der Zuschauer der Sender beeinflussen oder umgekehrt.

Marktwirtschaft hat Einfluss auf mediale Inhalte

Fakt ist, dass es sehr wohl Verschränkungen und Einflüsse der Marktwirtschaft auf den medialen Betrieb gibt. Ein schönes (wenn auch recht harmloses) Beispiel sind die Unternehmensmeldungen der Pro7-Sat1 Mediengruppe die dann in sämtlichen Nachrichtensendungen platziert werden – PR in eigener Sache quasi.

Ohne auf Absurditäten und Unzulänglichkeiten der Öffentlich-Rechtlichen eingehen zu wollen, möchte ich auf die USA verweisen. Ein emigrierter Philosoph sagte mal über die USA, dass das Land ganz ok sei; man dürfe nur den Fernseher nicht einschalten. Und jeder politisch Interessierte, der keine vorgekaute Meinung serviert bekommen möchte, scheut dort die Glotze wie der Teufel das Weihwasser. Dann doch lieber GEZ.

(Abgesehen von dem Faktum, dass man in Amerika ander Gebühren bezahlen muss, wenn man ein halbwegs sinnvolles Programm empfangen möchte – Pay-TV ist dort die Regel)

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