Die Zukunft des Bloggens

In einem interessanten Artikel im basic-thinking blog geht es um die Rolle und Zukunft von Blogs in der Gesellschaft. Die basic-Prognose: Blogs haben sich in der Gesellschaft ihren Platz erkämpft und werden innerhalb des Mediensystems weiter an Bedeutung gewinnen. Interessant dabei ist vor allem das Thema der Kommerzialisierung von Blogs in Verbindung mit dem Wettbewerb sogenannter etablierten Print-Medien.

Eine der zentralen Fragen ist sicherlich, ob man das Bloggen als Ergãnzung zum „traditionellen Journalismus“ sehen kann, oder beides sogar auf einer Stufe steht. basic-thinking vertritt hierbei recht eindeutig die Einstellung, dass das Bloggen definitiv eine Art des Journalismus darstellt. Es ist in der Tat nicht von der Hand zu weisen, dass speziell in den USA große Technikblogs beispielsweise sowohl von den Strukturen – Business Insider beschäftigt 50 Mitarbeiter – als auch von der Qualität her den Verlagsmedien in nichts nachstehen. In Deutschland gilt zwar grundsätzlich das Gleiche, jedoch sieht es hier mit der Finanzierung von Blogs nicht ganz so rosig aus, weswegen der Stellenwert auch entsprechend geringer ausfällt. Es ist sogar vielmehr so, dass sich die großen Verlage speziell für die Netzthematik gut geführte Blogs leisten, die als eigenes Ressort auf der enstprechenden Homepage eingebunden sind. basic-thinking stellt unserer Meinung nach zurecht fest, dass hierzulande das Bloggen weniger in den Verlagsjournalismus dringt als anders herum.

Auf der anderen Seite muss man aber auch fragen, in wie weit das Format des Bloggens überhaupt kommerzialisiert sein sollte. Wo besteht denn der Unterschied zwischen Bloggen und klassischem journalistischen Arbeiten? Der Distributionskanal des Internets kann es kaum sein, denn auch Zeitungen und Fernsehsender verteilen ihre Inhalte über das Internet. Dem Bloggen hängt hingegen auch immer der Ruf der Unabhängigkeit an. Diese Unabhängigkeit ergab sich aus dem Faktum, das private Blogs per se keine andere Ziele verfolgen als die Äußerung ihrer aufrichtigen Meinung. Werden Blogs zum „Gewerbe“, dann relativiert sich diese Besonderheit wieder.

Als sicher kann jedoch gelten, dass sowohl Form wie auch Inhalt von Blogs in ihrer Geschichte die Medienlandschaft komplettiert haben. Ich finde immer öfter gesuchte Inhalte in privaten Blogs, ganz gleich zu welchem Thema. Sollte die Diskussion, wie „gefährlich“ Blogs sind, zu einer Diskussion wandeln, in der gefragt wird, welchen Wert Blogs haben? Wir meinen ja. Nicht weil sich damit der Wert unseres eigenen Beitrags erhöht, sondern weil es zum Beispiel die Blogger waren, die aus den Revolutionsgebieten dieser Welt für Menschenrechte schrieben und weil auf der Agenda eines privaten Blogs nur das steht, was dem Autor wichtig erscheint.

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