Die #gamergate Zensur?

Kommentar

Es hat offenbar nur eine Stunde gedauert, bis Felicia Day ihre private Adresse im Internet veröffentlicht fand, nachdem sie sich – nach längerem Zögern – kritisch zur #gamergate Debatte äußerte.

Selbst wenn laut ihrer Facebookseite die meisten Reaktionen darauf überwältigend im positiven Sinne waren – ist das die Art, mit freier Meinungsäußerung umzugehen? Es ist ja nicht mal so, als hätte sie in ihrem Blogeintrag einen Kreuzzug gegen die Gamerschaft gestartet und das flammende Schwert des feministischen Rundumschlags pauschal gegen alle Computerspieler, das Internet und sowieso die Welt geführt. Sie hatte lediglich beschrieben, wie sie die Straßenseite wechselte, als ihr zwei offensichtliche Gamer (ich nutze diesen Begriff jetzt einfach mal) entgegenkamen. Und zwar aus Zweifel und Angst vor dem, was passieren könnte – wo so eine Begegnung doch früher sogar ein willkommener Zufall war, denn als Gamer hat man gleich etwas Gemeinsames.

Sicher, man könnte jetzt argumentieren, sie hätte die Beiden vorverurteilt. Das ist an der Stelle nicht von der Hand zu weisen. Der Punkt jedoch ist, warum sie das tat – wo sie doch früher den Kontakt zu Gamern suchte und diesen nicht vermied. Und der Grund ist eben die Schärfe und das Ausmaß des Tons in der Diskussion und der Drohungen, die unter der Flagge #gamergate ins (virtuelle) Gesicht diverser als Feministin ausgemachter Frauen geschleudert werden. Nennt es von mir aus überempfindlich.

Diese Art der Reaktion auf ihren Post – nämlich ein Bedrohungsszenario aufzubauen, in dem man private Daten von einer Person preis gibt, obwohl die betroffene Person das ganz bestimmt nicht will – ist unter aller Kanone. Die Tatsache, eine so persönliche Sache als „Strafe“ zu verwenden, um jemanden mundtot zu machen, die eigene Macht zu zeigen oder um sich einfach nur zu rächen, ist das aller Letzte und zeigt meiner Meinung nach sehr anschaulich, was für kranke Hirne „da draußen“ unterwegs sind.

Nichts neues, ich weiß. Aber cool ist es deshalb noch lange nicht.

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