10 Jahre WoW – ein Fan gratuliert

Ich spiele kein WoW mehr und mein Abo ist auch schon länger gekündigt – das Eine folgt ja nicht zwangsläufig dem Anderen, wie viele Spieler zugeben müssen. Ich spiele kein WoW mehr, weil es mir schlicht und ergreifend keinen Spaß mehr macht. Und trotzdem fesselt mich dieses Spiel noch immer auf eine spezielle Art und Weise, wie kein anderes Spiel.

World of Warcraft, ich gratuliere dir zu deinem 10. Geburtstag wie ich einem alten Kumpel gratuliere: Mit Erinnerungen, Wehmut und dem Gefühl, eine gute Zeit gehabt zu haben.

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Die #gamergate Zensur?

Kommentar

Es hat offenbar nur eine Stunde gedauert, bis Felicia Day ihre private Adresse im Internet veröffentlicht fand, nachdem sie sich – nach längerem Zögern – kritisch zur #gamergate Debatte äußerte.

Selbst wenn laut ihrer Facebookseite die meisten Reaktionen darauf überwältigend im positiven Sinne waren – ist das die Art, mit freier Meinungsäußerung umzugehen? Es ist ja nicht mal so, als hätte sie in ihrem Blogeintrag einen Kreuzzug gegen die Gamerschaft gestartet und das flammende Schwert des feministischen Rundumschlags pauschal gegen alle Computerspieler, das Internet und sowieso die Welt geführt. Sie hatte lediglich beschrieben, wie sie die Straßenseite wechselte, als ihr zwei offensichtliche Gamer (ich nutze diesen Begriff jetzt einfach mal) entgegenkamen. Und zwar aus Zweifel und Angst vor dem, was passieren könnte – wo so eine Begegnung doch früher sogar ein willkommener Zufall war, denn als Gamer hat man gleich etwas Gemeinsames.

Sicher, man könnte jetzt argumentieren, sie hätte die Beiden vorverurteilt. Das ist an der Stelle nicht von der Hand zu weisen. Der Punkt jedoch ist, warum sie das tat – wo sie doch früher den Kontakt zu Gamern suchte und diesen nicht vermied. Und der Grund ist eben die Schärfe und das Ausmaß des Tons in der Diskussion und der Drohungen, die unter der Flagge #gamergate ins (virtuelle) Gesicht diverser als Feministin ausgemachter Frauen geschleudert werden. Nennt es von mir aus überempfindlich.

Diese Art der Reaktion auf ihren Post – nämlich ein Bedrohungsszenario aufzubauen, in dem man private Daten von einer Person preis gibt, obwohl die betroffene Person das ganz bestimmt nicht will – ist unter aller Kanone. Die Tatsache, eine so persönliche Sache als „Strafe“ zu verwenden, um jemanden mundtot zu machen, die eigene Macht zu zeigen oder um sich einfach nur zu rächen, ist das aller Letzte und zeigt meiner Meinung nach sehr anschaulich, was für kranke Hirne „da draußen“ unterwegs sind.

Nichts neues, ich weiß. Aber cool ist es deshalb noch lange nicht.

Der Fall „Anita Sarkeesian“

Kommentar

Der Name Anita Sarkeesian dürfte vielen Gamern und Sympathisanten mittlerweile geläufig sein. Auf ihrer Website Tropes vs. Women prangert sie Rollenklischees und sexualisierte Gewalt in Videospielen an und erhielt daraufhin unter anderem Morddrohungen, die selbst in der sprichwörtlichen untersten Schublade nichts zu suchen haben. Der Vorfall ist nicht neu- trotzdem wichtig. Ein Kommentar.

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Hörenswert: WASD-Talk

Hörenswert

Anlässlich der noch laufenden Crowdfunding-Kampagne, mit der die zweite Auflage des ersten WASD-Heftes finanziert werden soll (und auch finanziert wird), begaben sich Christian Schiffer (WASD) mit Christian Schmidt (Stay Forever, früher Gamestar) vor die Mikrofone, um ein wenig über die erste WASD-Ausgabe zu plaudern. Es erwarten euch demnach unter anderem Einblicke in den Entstehungsprozess, warme Worte zur Auswahl der Autoren und Geständnissezu Rechtschreibfehlern in den Überschriften. Natürlich wird in alten Erinnerungen geschwelgt, aber auch kritisch über den heutigen Spielejournalismus gesprochen.

„Die Avantgarde der schreibenden Spielerkaste.“ „Wie ein Wort auf einem Blog zu drei weiteren in einem anderen werden.“ oder auch „Warum das Mikrofon noch immer ploppt.“ in knapp 40 nicht verschwendeten Minuten.

Hier entlang, bitte.

Kritik des reinen Spielprinzips – Oder: Wie die Evolution der Spiele fehl ging

Die (Computerspiele-) Welt ist im Wandel – mal wieder. War es noch vor zehn Jahren eine Besonderheit einen Werbespot für ein Computerspiel im Fernsehen zu sehen, wird man heute geradezu überschwemmt damit. Doch die gefühlte Mehrheit der Werspots gilt nicht „klassischen“ Spielen, sondern der jüngsten Klasse, den „Free2Play“ (F2P) oder „Freemium“ Spielen. Farmville, Travian, Seafight und Co sind die neue Cashcow der Branche. Selbst mehr oder weniger geflopten Titel wie „Herr der Ringe Online“ (HDRO) oder „Star War – The old republic“ (SWOTR) verpasst man via Free-2-Play-Optionen eine Spieler-Frischzellen-Kur und hofft darauf, doch noch ein paar Zahlungswillige zu finden. Doch was bedeutet das für das „Kulturgut“ Spiel? Werfen wir einen kritischen Blick darauf:

Jede Micro-Aktion ist ein Klick; regelmäßiges Wiederkommen wird belohnt; dem Real-life nachkommen wird bestraft. Wer bei 2-Dimensionalen F2P-Online-Spielen wie Farmville oder Travian was reissen will, der muss um sein virtuelles Leben klicken. Automatisierungen kosten Geld. Was bei Farmville noch recht verkraftbar ist, wird dann schnell kritisch, wenn es sich um kompetitive Spiele handelt. Spiele wie „Travian“ sind schon vom Start an „Imba“ und faktischer Erfolg lässt sich nur teuer erkaufen, entweder mit realem Geld oder virtueller Zeit. Das Ad Absurdum eines Spiels.
Kurz: Es geht um Cash. Die Raubkopie gebeutelte Spiel-Industrie (gehen wir einfach mal in dubio pro reo davon aus) verlagerte dort wohl alles Kreativpotential zum Projekt „Money for nothing“. Zu Harsch? Dann überlegen wir doch mal kurz: Wann wurde das letzte Mal ein Genre entscheident weiterentwickelt?

Rückwärtsgewandte Evolution der Spiele

First Person Shooter – Teams Deathmatch, Capture the Flag, Entschärfe die Bombe rette die Welt bla bla.. unglaublich neu… not.
Echtzeit Strategie – Point, Klick, Res Abbauen, Einheiten ziehen, die gegnerische Base plätten. Mit einigen vielversprechenden Experimenten, die dann aber doch scheiterten mal abgesehen ist das Genre praktisch unverändert seit Dune 2. Das „2“ Hinter StarCraft2 indiziert maximal eine graphische Wiederauflage dessen, was eh schon alle kennen und das noch nicht mal so, dass ich sagen würde „wow, Mensch das ist aber … neu“.
Rollenspiele, Aufbaustrategie, Wirtschaftssimulationen. Abgesehen von der ewig währenden Graphikverbesserung zur Effekthascherei, was hat sich denn nun wirklich getan? Die Antwort: Nicht viel (Wer das anders sieht möge mich gerne erhellen, ein gepflegter Diskurs hierzu würde mich wirklich freuen).

Nein stattdessen fallen wir zurück in die Computerspiel-Steinzeit und klicken in unseren Browsern auf 2-Dimensionalen Farmen, Bahnhöfen und Pixel-Imperien rum. Schlecht gebalancet -wenn überhaupt – relativ anspruchslos und sinnfrei und vorallem spielfrei, weil das Prinzip des Spiels vollkommen verloren geht.

Quo Vadis Computerspiele?

Ich habe schon früher betont, dass Spiele nunmal bezahlt werden müssen. Ich plädiere hiermit dafür, die Genre weiter zu entwickeln und mehr Sorgfalt darauf zu legen, dass ein Spiel ein Spiel bleibt: Ein gutes Balancing, das Fehlen von bezahlbaren Tweaks und Cheats und die Unterteilung der Spielerklassen. Es ist immer ein Witz wenn der Überpro mit 500h Spielzeit auf einen Neuling losgelassen wird (Das Ligensystem von Starcraft 2 sollte an der Stelle dann doch lobend genannt werden.)

Im kommenden Artikel, werde ich konkrete Bereiche nennen, auf die moderne Spiele achten sollten.

Disclaimer

Ich bin mir dessen bewusst, dass ich hier viel in einen Topf geworfen habe. Browser-F2P- vs Stand-Alone-Spiele. Online- vs Offline-Spiele usw. Die Diagnose und daraus resultierende Forderung bleibt jedoch die selbe: Wir die Spieler sollten bereit Geld zu bezahlen. Die Industrie muss dafür wieder anfangen Qualität zu liefern.